Unter Kirschblüten.....
Heute also war ich bei der japanischen Hochzeit meiner guatemaltekischen Kusine - Wow! Im Grunde war es genau wie bei uns:
Zeremonie
Essen mit Reden der Verwandten und lustigen Spielchen
Trinken
Nur, daß die Zeremonie halt in einem Shinto-Tempel stattfand, mit uralter japanischer Musik (gespielt von vier Mönchen), mit Shinto-Priester, einem Tänzer in abgefahrenem blau-orangenem Kostüm, der zur Musik die bösen Geister wegtanzte, wir dabei (zum Glück nur ein winziges Schälchen) Sake trinken mussten.
Ausserdem mussten wir dauernd aufstehen und uns verbeugen, was im Kimono einer grösseren sportlichen Leistung gleichkommt (ausserdem wussten wir ja nie, wann was zu passieren hatte, wir konnten uns aber an dem gegenübersitzenden japanischen Teil der Familie orientieren) meine Kusine wusste bis ca 10 minuten vor Beginn auch nicht wirklich alles...
Das Essen war abgefahren - es gab etwa 20 kleine Häppchen, ständig wurde ein neues Tellerchen gebracht... von allen möglichen Fisch-häppchen über Fisch-süppchen, Käse-Häppchen, fritierte Fischstücke, roher Thunfisch, eine Kugel Cherry-blossom-Eis (by the way, seit heute blühen sie...) ein Stück Hochzeitskuchen.......
Die Reden waren teils auf Japanisch mit Partial-Übersetzung, teils auf Englisch mit Partial-Übersetzung und teilweise spanisch mit Übersetzung...
Das Programm zum Essen war total abgefahren: in Japan macht man aus einer bestimmten Reissorte Reisbällchen, indem man den Reis lange schlägt. Dann wird er wie Gummi. Und das macht man auf Hochzeiten, mit der Vorstellung, daß das Paar dabei so untrennbar vereint wird wie die Reiskörner. Und das war eine Riesen-Show mit Trommeln und dann muste jeder von uns mit den Hämmern in diesen Bottich klopfen und am Ende bekam jeder ein Häppchen Reis-Gummi...
Getrunken haben wir nur einen Drink, es wäre sonst etwas teuer geworden, da wir in der Hotelbar des Ritz-Carlton waren, wo Masa arbeitet... (Durch diesen Job sind sie auch für die Hochzeitsnacht an eine Suite gekommen - ich weiss nicht, ob ganz umsonst aber dafür könnte man wohl auch ein bisschen was zahlen... Alter Schwede, im 49. Stock, mit Riesen-Fenster im Bad, das heisst aus der BAdewanne Blick auf Tokyo... und das Wohnzimmerchen ist ein Eck-Zimmer.... Irre!)
Ihr merkt schon, ich habe meinen Mund heute nicht zu bekommen.
Genug der Worte, hier ein paar Bilder:
Die Hochzeitsgesellschaft (europäoider Teil)
Meine Mutter und ich - gut eingeschnürt und hübsch verpackt...
So sahen wir von hinten aus (hier meine Schwager-Kusine Tutti und ich)
sie trägt übrigens schwarz und hat ne Kiste auf dem Rücken weil sie schon verheiratet ist als Zeichen der Bürde ;)
Ne, ohne Witz, ist wirklich so. Auf Hochzeiten dürfen verheiratete Frauen nur schwarze Kimonos tragen und nach der Hochzeit gibt's statt der hübschen Schleife nur noch ne Kiste...
Hier die Reisklopfer - der links ist quasi nicht drauf, dann kommt das Mädchen, die immer mutig zwischen den Hammerschlägen Wasser auf den Reis geträufelt hat, im Hintergrund der Trommler und rechts der andere Klopfer mit Riesen-Hammer
Hier meine Kusine und ihr Mann Masa beim Klopfen
Das glückliche Paar in bequem mit Eltern (rechts der japanische Teil :) )
Blick aus der Lobby-Bar des Ritz-Carlton bei Nacht - beeindruckend, oder?
Ganz links wieder meine Schwager-Kusine Tutti, dann Sibyl, eine Schweizerin, die meine Kusine von der Hotelfachschule kennt und gerade in Korea auf Geschäftsreise war, dann meine Mutter und ganz rechts noch meine Tante Karin, die Braut-Mutter
1 Kommentar:
Also, der Kimono steht Dir echt, aber die Flipflops dazu mit Socken sind doch irgendwie Stilbruch, oder? Aber Kimono kannst Du wohl auch so tragen, sieht jedenfalls erheblich besser aus als die Pyjamas vom Bridgeclimb aber es hat ja auch noch niemand behauptet, daß die Aussis stylisch sind.
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